Die Liebe zum Detail ist eine schöne Sache. Sie zeigt, dass man sich intensiv mit einer Arbeit oder einem Produkt befasst. Die Liebe zum Detail steht für Genauigkeit, Präzision und Qualität. Wer genau und präzise arbeitet, schafft Qualität.

Im beruflichen Kontext fällt man mit diesen Eigenschaften positiv auf und hebt sich von der Masse ab. Das Ganze lässt sich noch würzen durch Zuverlässigkeit, Zielstrebigkeit und Disziplin. Schnell gelangen wir in den Bereich der Perfektion.

Menschen, die diese Eigenschaften im Übermaß von sich selbst abverlangen, gelten als Perfektionisten. Angeblich steckt sogar in jedem von uns ein kleiner Perfektionist. Wenn man sich unsere leistungsorientierte Gesellschaft vor Augen hält, kann man sich das gut vorstellen. Alles lässt sich optimieren und es geht immer noch ein Stückchen besser.

Aber was ist noch normal und was krankhaft? Bist du ein Perfektionist? Heute gehen wir der Sache auf den Grund. Denn so positiv Gewissenhaftigkeit sein mag, sie kann uns hemmen und uns unbemerkt davon abhalten, unsere Ziele besser zu erreichen.

Woher rührt der Perfektionismus

Er wird uns bereits im Elternhaus mitgegeben zum Beispiel als Lob. In der Schule wird er gestärkt durch Noten und Prüfungen. Überall werden gewisse Erwartungen geschürt und Leistung von uns verlangt. Daraus entsteht häufig die Angst zu scheitern oder vor negativer Kritik. Dadurch entsteht das Streben nach Bestleistung und Vollkommenheit. Den Anspruch auf Perfektion stellt der Perfektionist selber an sich. Das sind zum Teil so hohe Ansprüche, die kaum erreichbar sind. Oder die Erreichung ist so anstrengend, dass der Perfektionist irgendwann darunter leidet.

Der Perfektionismus und das Zeitproblem

Wenn du alles perfekt machen möchtest, läufst du irgendwann in die Zeitfalle. Denn du hältst dich mit Kleinigkeiten auf, die meist nicht viel zum Endergebnis beitragen. Als Perfektionist hast du immer das Gefühl, dass es nicht gut genug ist. Du feilst an deinen Arbeiten, überprüfst und optimierst, obwohl die Arbeit an sich längst erledigt ist.

Die Prioritäten verlierst du aus den Augen und so kannst du wichtige Dinge nur auf den letzten Drücker erledigen. Irgendwann drehst du dich im Kreis, bringst nichts zu Ende oder kommst nicht voran.

Dein eigentliches Ziel hast du längst aus den Augen verloren. Damit du doch noch irgendwie klar kommst, arbeitest du die Pausen durch oder machst Überstunden. Vielleicht nimmst du auch Arbeit mit in den Privatbereich und kannst schließlich gar nicht mehr abschalten. Zeitdruck führt zu Stress und schlussendlich zur Unzufriedenheit.

Es gibt keine Steigerung von „dein Bestes“

Du kannst nicht mehr tun, als dein Bestes zu geben. Natürlich ist es nicht falsch, das Beste erreichen zu wollen. Aber du musst dir und anderen auch Fehler zugestehen und damit umgehen können. Ansonsten wird Perfektion zum Problem.

Mach dir bewusst, dass du nie perfekt sein wirst. Es gibt keine Vollkommenheit. Fehler dürfen und müssen sein, dann daraus können wir lernen. Konzentriere dich lieber auf deine Erfolge. Gib gerne dein Bestes dafür, aber verliere dich selbst dabei nicht aus den Augen.

Verabschiede dich für deine Ziele von unerfüllbaren Ansprüchen

Damit du deinen Zielen auch näherkommen kannst, setzte dir feste Zeiten für deine Aufgaben. Setzte dir Aufgaben, die du auch erledigen kannst, ohne dich selbst zu überfordern, Schau dir deine Aufgaben an und trenne Wichtiges von Unwichtigem. Erlaube dir grundsätzlich Fehler zu machen. Wenn dir ein Fehler passiert, frage dich wie gravierend er sich tatsächlich auf das Endergebnis ausgewirkt hat. Fallen Sie einem Dritten überhaupt auf? Oder sind sie so klein, dass sie nichts negativ beeinflussen? Natürlich kommen auch mal größere Fehler vor und auch diese dürfen sein. Nutze sie für deine positive Weiterentwicklung.

Erlaube dir effizient zu bleiben, indem du dein Ziel klar vor Augen hast. Wenn du dich in Kleinigkeiten verlierst, prüfe bitte, ob diese Details deinen Erfolg wirklich beträchtlich steigern. Wenn es Aufgaben gibt bei denen du dich immer wieder „beim daran feilen“ erwischst, weil sie dir vielleicht schwer fallen oder nicht liegen – prüfe doch einmal, ob du sie delegieren kannst.

Bist/warst du ein Perfektionist? Wie gehst du damit um? Ich freue mich auf deine Kommentare.